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Arbeitsbelastung der LehrkräfteArbeitsbelastung runter! Bildungsqualität rauf!

Über 80 Lehrkräfte aus den GEW-Bezirken Tempelhof-Schöneberg und Kreuzberg-Friedrichshain haben vor der Senatsbildungsverwaltung auf die große Arbeitsbelastung an Berliner Schulen aufmerksam gemacht. Die regionale Protestaktion fand unter dem Motto „Arbeitsbelastung runter! Bildungsqualität rauf!“ statt.

04.04.2017

Die Anwesenden gingen in das Foyer der Senatsbildungsverwaltung und überreichten an die Pförtner eine Sammlung unserer Beschlüsse, da der Referatsleiter nicht bereit war, sich der Diskussion mit den Beschäftigten zu stellen.

Auf der Straße vor der Senatsbildungsverwaltung stimmten die anwesenden Expert*innen über die Forderungen der GEW ab:

• Minus 3 Stunden Pflichtstunden, jedes Jahr eine Stunde weniger, in fünf Jahren als Ziel 21 Pflichtstunden für alle Lehrkräfte
• Abschaffung der zusätzlichen Präsenztage
• Entlastung der Teilzeitkräfte

„Die Arbeitsbedingungen in der Berliner Schule haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert, während die Aufgaben immer umfangreicher geworden sind“, erklärte Thomas Schmidt aus der GEW-Bezirksleitung Tempelhof-Schöneberg. Neue pädagogische Herausforderungen wie die Inklusion und die Integration der vielen Geflüchteten müssten bei einem Mangel an Fachkräften und übervollen Klassen bewältigt werden – und das mit einer immer größeren Unterrichtsverpflichtung, bemängelte Schmidt.

„Wir möchten Senatorin Sandra Scheeres an ihr im Koalitionsvertrag formuliertes Ziel erinnern, die Überlastung der Lehrkräfte deutlich zu reduzieren. Wir rufen die Senatorin auf, mit der GEW BERLIN in eine Diskussion zu treten, wie die Arbeitsbedingungen in den Schulen verbessert werden können“, sagte Schmidt.

„Der Druck auf die Lehrkräfte ist riesig. Nicht nur in den heute beteiligten Bezirken, sondern in der ganzen Stadt“, bemerkte Heike Zeisig, Leiterin des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der GEW BERLIN. „Heute ziehen die Kolleg*innen aus Tempelhof-Schöneberg und Kreuzberg-Friedrichshain zur Senatsverwaltung. Wenn sich die Lage nicht bessert, könnten es bald deutlich mehr sein“, so Zeisig.

Die GEW BERLIN fordert den Berliner Senat auf, effektive Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität des Lehrer*innenberufs zu diskutieren. Dazu gehören die Entlastung von Teilzeitbeschäftigten, die Reduzierung der Pflichtstundenzahl, die Abschaffung der zusätzlichen Präsenztage und die Gewährleistung lebensphasenorientierter und familiengerechter Arbeitsbedingungen.

Ein erster Schritt wäre die Einbeziehung von Kolleg*innen aus der Praxis in der Arbeitsgruppe „Lehrerarbeit“ in der Senatsverwaltung.

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